Wo werden die Münzen gespeichert?

Wo speichert Bitcoin denn seine Münzen? Ist es in diesem “Wallet”, das auf meinem Rechner erzeugt wird, wenn ich das Bitcoin-Programm starte?

Bitcoin kennt eigentlich gar keine Münzen, sondern nur Kontos. In Bitcoin heißen diese Kontos Bitcoin-Adressen. Das Bitcoin-Netz realisiert nun ein weltweit öffentliches Verzeichnis, in dem steht, welche Überweisungen von welcher Bitcoin-Adresse an welche andere Bitcoin-Adresse überwiesen wurde. Dieses Verzeichnis ist nicht auf einem Rechner gespeichert (sozusagen auf dem Server einer Bitcoin Bank), sondern auf jedem einzelnen Rechner eines Teilnehmers am Bitcoin-Netz. Das klingt kompliziert – und es ist auch ein bisschen kompliziert; wir wollen daher hier keine Vorlesung in Kryptographie, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Konsistenz verteilter Datenbanken abhalten und es auch nicht heute und hier erklären (sondern in einigen Wochen, bitte ein wenig Geduld).

Der Trick bei Bitcoin besteht nun darin, dass digitale Unterschriften benutzt werden, wenn jemand seine Berechtigung über seine Bitcoins ausüben möchte. Dazu muß er nämlich alle anderen Teilnehmer im Bitcoin-Netz von seiner Verfügungsberechtigung überzeugen (damit diese auch entsprechend ihre Verzeichnisse nachführen). Um diese digitalen Nachweise führen zu können, benötigt man nun bestimmte Informationen, die sogenannten privaten Schlüssel der digitalen Unterschrift – und diese stehen in der als “Wallet” oder “Geldbörse” bezeichneten Datei.

Es ist daher auch sehr wichtig, dass diese Datei nicht in unberufene Hände kommt. Ganz ähnlich wie bei der Kreditkarten-Nummer kann jeder, der diese Schlüssel kennt, über die damit verbundenen Bitcoins verfügen. In diesem Sinne ist es auch so, dass diese Schlüssel fast schon diese Bitcoins sind. Der Rechner, auf dem diese Datei gespeichert ist, darf also keinen Virus, Trojaner oder anderen Schädling haben, denn dieser könnte die Schlüssel über das Netz senden: Die Bitcoins sind futsch. Ebenso sollte man von dieser Datei regelmäßig eine Sicherungskopie anlegen, mit einem Festplatten-Crash sind die Bitcoins auch futsch. Da das System dann und wann einmal neue Schlüssel generiert, sollte man von dieser Datei auch regelmäßig eine Sicherungskopie anlegen.

Wie man das genau macht, beschreiben wir in einem späteren Beitrag. Für heute sei es mit der Beobachtung getan, dass die Bitcoins im Netz gespeichert sind und nicht auf der Festplatte – und dass die Verfügungsberechtigung über diese Bitcoins in der Bitcoin-Geldbörse leben.

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