Hat Bitcoin einen Chefentwickler?

Nein. Bitcoin hat keinen Chefentwickler.

Man kann zwar nach “+Bitcoin +Chefentwickler” googeln und findet dann den einen oder anderen Namen, aber, nein: Es gibt keinen Bitcoin Chefentwickler.

Dafür gibt es einen Bitcoin Erfinder: Satoshi Nakamoto. Er hat 2008 in einem Papier die Grundideen von Bitcoin beschrieben und war 2009-2010 mit der Erstellung einer ersten Implementierung befasst.  Ende 2010 hat sich Satoshi von der weiteren Arbeit an Bitcoin zurück gezogen. Möglicherweise arbeitet er heute an einem anderen Projekt oder er wirkt weiterhin unter einem anderen Namen an Bitcoin mit – man weiß es nicht, er scheint nicht persönlich bekannt zu sein. Offenbar geht es ihm um die Sache und nicht um den persönlichen Ruhm (und den meistens damit verbundenen Ärger). Er hat seine Ideen daher auch unter eine offene Lizenz gestellt: Jeder darf sie nutzen und weiterentwickeln.

Aktuell steht die Implementierung von Satoshi Nakamoto auf Github zur Verfügung, inklusive Quellcode. Jeder kann sich dort ansehen, wie Bitcoin funktioniert, und jeder kann seine eigene Variante von Bitcoin erstellen. Aktuell haben das auch einige hundert weitere Aktivisten getan.

Die größe und bekannteste Entwicklungslinie wird derzeit von Gavin Andresen betreut. Diese Version steht dem Endanwender, der Bitcoin nicht selber kompilieren möchte, als einfach installierbares Programm auf bitcoin.org zur Verfügung. In diesem Sinne könnte man Gavin Andresen zwar nicht als den Chefentwickler von Bitcoin bezeichnen, aber als den Verwalter über eine der am weitesten verbreiteten Versionen von Bitcoin.

Der wirkliche Chefentwickler von Bitcoin aber, der sitzt gerade vor dem Bildschirm. Es ist der Leser dieses Blogs. Denn: Jeder einzelne, der Bitcoin nutzt, ist Chefentwickler, Entscheider und Bankmanager seines Bitcoin. Er kann diese Rolle delegieren, etwa an Gavin Andresen, indem er dessen Bitcoin-Implementierung nutzt. Trotzdem bleibt die Möglichkeit der eigenen Entscheidung immer bestehen.

Da es bei Bitcoin aber nicht nur um die eigenen Münzen geht, sondern auch darum, Münzen und Waren mit anderen zu tauschen, bleibt das nicht ganz so einfach: Wenn Du, lieber Leser, Dein Bitcoin so veränderst, dass andere ihre Waren und Münzen nicht mehr mit Dir tauschen wollen, dann hast Du ein kleines Problem. Wenn Du aber eine gute Idee hast, die andere überzeugt, dann hast Du Deinen eigenen kleinen Beitrag zu Bitcoin geleistet.

Diese Idee muß übrigens nicht die ganze Welt überzeugen. So sind viele Regionalwährungen bekannt, etwa der Chiemgauer oder die Havelblüte und viele andere mehr. Vielleicht wird Dein Bitcoin, lieber Leser, also nur in Deiner Stadt ausgegeben, oder in Deiner Facebook-Gruppe.

Das wichtige dabei aber ist: Du bist der Chefentwickler Deines Bitcoin.

 

 

 

 

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