Wozu ist diese Geldmengen-Begrenzung da?

Frage: Was beabsichtigt die Geldmengen-Begrenzung bei Bitcoin?

Bitcoins werden erzeugt, indem von den Teilnehmern am Bitcoin-Netz eine anspruchsvolle mathematische Aufgabe gelöst wird. Nun wird Bitcoin immer attraktiver und mehr und mehr Nutzer nehmen am Bitcoin-Netzwerk teil. Außerdem werden die Rechner von Jahr zu Jahr schneller. Daher gibt es eine erste Wachstumsbeschränkung: Die Software funktioniert so, dass sie immer mal wieder schaut, wie viele sogenannte Blöcke pro Stunde produziert werden und justiert die Schwierigkeit der Aufgabe dann so, dass pro Stunde weltweit gerade einmal 6 Blöcke berechnet werden.

Diese Blöcke werden benötigt, um die in den vergangenen 10 Minuten getätigten Überweisungen sozusagen notariell zu beglaubigen (mit Hilfe spezieller kryptographischer Verfahren).  Nun stellt sich natürlich die Frage: Warum sollte sich jemand freiwillig an dieser Aufgabe beteiligen? Wie immer im Leben: Weil er einen Vorteil davon hat.

Der Vorteil besteht aktuell darin, dass pro gerechneten Block 50 Bitcoin als Belohnung ausgezahlt werden. Würde das aber in alle Ewigkeit so weitergehen, dann gäbe es immer mehr Bitcoins und schließlich würde das passieren, was wir beim Euro und beim Dollar beobachten: Sie werden immer weniger wert.

Daher hat man bei Bitcoin den Mechanismus so konstruiert, dass sich die Anzahl Bitcoins als Belohnung pro Block etwa alle vier Jahre halbiert: Ab 2013 gibt es nur mehr 25 Bitcoins pro Block und so weiter. Insgesamt nähert sich die Anzahl verfügbarer Bitcoins auf diese Weise immer mehr der Zahl von 21 Millionen an. Mehr wird es nicht.

Wenn man also für einen Block immer weniger Bitcoins gibt, warum sollte es dann in einigen Jahren immer noch Teilnehmer geben, die Blöcke rechnen? Hier kommt ein zweites Prinzip von Bitcoin zum Zug: Die Transaktions-Spesen. Diese können im Bitcoin Programm voreingestellt werden und dienen der Belohnung jener Teilnehmer, die weiterhin Blöcke berechnen.

Für die Währung hat das einen interessanten Effekt: Dadurch, dass die Menge verfügbarer Bitcoins begrenzt ist, bewegen sie sich in eine Deflation: Sie werden also immer mehr Wert (so zumindest lautet die Idee und die Theorie).  Die Pizza wird dann, in Bitcoin gemessen, immer billiger. Insgesamt haben wir damit also eine Währung, deren Wert (gemessen am Wert anderer Güter) immer größer wird. Da Bitcoins aber in sehr kleine Teile aufgeteilt werden können, bis zu 8 Dezimalen nach dem Komma, ist das kein solches Problem. Es gibt dadurch einen großen Spielraum, immer kleinere Teile eines Bitcoin zu schaffen. Der Vorrat an Bitcoins ist somit nach unten (in kleinere Teile) nicht wirklich erschöpft. Andererseits kann aber niemand einfach “Bitcoins drucken” und damit den Preis manipulieren. Das wird wiederum als Vorteil angesehen.

Soweit die Theorie.

Natürlich kann die Situation auch dazu führen, dass Bitcoin gehortet wird, in der Erwartung, dass es immer mehr wert wird, und in der Folge nicht als Währung benutzt wird. Es wird jedenfalls sehr spannend, diese Entwicklung zu beobachten.

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One Response to Wozu ist diese Geldmengen-Begrenzung da?

  1. Hundsstern says:

    Die Erwartung eines steigenden Wertes der Bitcoins, ist der einziger Grund, warum ich eingestiegen bin.
    Ich horte Bitcoins und hoffe darauf, dass ich eines Tages, meinen virtuellen Schatz mit Gewinn verkaufen kann.

    Anfangs hatte ich auch nur gedacht, es würde sich um eine Währung handeln, aber bald habe ich erkannt, dass es sich nur um eine Blase handelt, bei der man Geld verdienen kann.

    Um es kurz zu sagen…ich sehe Bitcoins als Nerd-Aktie die teilweise als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Und damit bin ich nicht alleine. Wir alle wollen doch auch nur ein Stück vom großen Kuchen haben und sehen in Bitcoins, die Möglichkeit dazu, eines davon zu ergattern. Könnte ich Bitcoins nicht in echte Währung umtauschen und damit global aktzeptiertes Geld verdienen, dann wären Bitcoins für mich wertlos.

    Die ständigen Kursschwankungen, machen es der virtuellen Währung auch nicht leicht, sich als tatsächliche Währung zu etablieren. Ein Angebot, dass ich zu einem bestimmten Preis, auf z.B. einer Bitcoin-Auktionsbörse mache, kann schon wenige Stunden danach, nicht mehr dem erwarteten Preis-Leistungs-Verhältnis entsprechen.

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