Wohin geht der Bitcoin-Trend?

Heute geht es nicht um den Kurs des Bitcoin sondern um die Entwicklung des Themas als solches. Wir sehen uns einige Links an, um heute (und in Zukunft) die Entwicklung von Bitcoin als Trend zu beobachten.

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Das Bitcoin Netz: Schneller als jeder Supercomputer

Wie schnell ist eigentlich das Bitcoin-Netzwerk?

Sehen wir einmal nach: Aktuell berichten die Bitcoin Charts von einer Rechenleistung von 8.870 Thash pro Sekunde. Das sind 8.870 Tera Hash Berechnungen pro Sekunde, also schlappe 8 870 000 000 000 Hash Berechnungen pro Sekunde.

Das hört sich ja schon recht eindrucksvoll an. Wir wollen es aber genauer wissen. Ist das wirklich so viel, wie es klingt?

Dazu machen wir mal eine kleine Überschlagsrechnung. Eine AMD Radeon 6990 macht mit ihren beiden GPUs so rund 700 Mhash pro Sekunde. Wenn wir also die Hash-Leistung des Bitcoin-Netzes in Anzahl Radeon 6990 ausdrücken wollen, so erhalten wir rund 12.700 solcher Grafik-Karten.

Laut Hersteller-Informationen macht die 6990 GPU rund 5.1 Tera Single Precision Floating Point Operationen, insgesamt entspricht das rund 64 Peta Flops an installierter Rechenleistung.

Wir sehen uns als Vergleich einmal den schnellsten Rechner der Welt etwas genauer an. Der Tianhe-1A liefert nach Herstellerangaben 2507 Tera Flops oder 2.5 Peta Flops mit seinen 7168 Nvidia Tesla GPUs. Dies Tesla GPU ist nun nicht die allerschnellste GPU, sie ist auch schon ein paar Monate alt.

Insgesamt sehen wir also: Die im Bitcoin Netzwerk installierte Leistung ist rund 30 mal größer als die Leistung, die im schnellsten Rechner der Welt zur Verfügung steht.

Da andere Abschätzungen auf noch viel größere Werte kommen, halten wir hier kurz die Methodik fest. Wir haben aus der Hash-Leistung auf die mutmasslich installierter Floating Point Leistung geschlossen und diese in Einheiten einer bestimmten Grafik-Karte gemessen. Dabei machen wir sicherlich noch einen Fehler von einer Größenordnung in die eine oder andere Richtung. Trotzdem ist das Bitcoin Netzwerk schon so groß, dass es sich mit dem schnellsten Rechner der Welt durchaus realistisch messen lassen kann.

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Ist Bitcoin anonym?

Nein. Ja. Kommt darauf an.

Und: Das Wort anonym gefällt mir nicht. Das Wort vertraulich gefällt mir besser. Vertaulich, das kommt von Vertrauen und ist ein positives Wort.

Und: Nein, Bitcoin ist nicht anonym und nicht vertraulich.

Bargeld ist anonym und vertraulich. Ich kann im Geschäft eine Münze über den Tresen reichen und niemand kann diese Zahlung verfolgen. Niemand weiß, womit ich diese Münze verdient habe oder ob ich sie vielleicht gestohlen habe, und niemand weiß, wer ich bin. Wir haben in der menschlichen Gesellschaft viele Situationen, in denen es wichtig ist, dass nicht gleich jeder weiß, wer ich bin. Bei Sorgen und Krankheiten will ich mich beraten lassen, ohne dass gleich jeder um meine Probleme weiß. Wenn ich Missstände sehe, so sollte ich darauf aufmerksam machen können, ohne dass mir daraus Nachteile entstehen. Anonymität – oder Vertraulichkeit – ist also eigentlich etwas Gutes. Wie immer im Leben kann etwas Gutes auch missbraucht werden, und daher ist Vertraulichkeit heute nicht mehr so selbstverständlich. Wir sollten uns als Gesellschaft fragen, ob wir auf die Grundrechte der Vertraulichkeit und Würde verzichten sollten, nur deshalb, damit eine Firma weiß, was sie mir verkaufen soll. Oder deshalb, damit die Angstmacher in der Gesellschaft uns noch besser überwachen können.

Nun aber zurück zu Bitcoin.

Bitcoin ist nicht anonym und nicht vertraulich. Jede Überweisung von Bitcoins ist im Verzeichnis des Bitcoin-Netzwerks öffentlich einsehbar. Der Bitcoin Block Explorer stellt das Verzeichnis auf dem Web bereit, dieselben Daten sind aber auch auf jeder einzelnen Bitcoin-Installation ebenso vorhanden. Öffentlicher und transparenter geht es nicht mehr. Jeder sieht, wann welcher Betrag von welcher Bitcoin Adresse an welche andere Bitcoin Adresse überwiesen wurde.

Da jeder, der bei Bitcoin mitmacht, seine eigenen Bitcoin Adressen erzeugen kann, besteht jedoch keine feste Verbindung von Bitcoin Adressen zu Personen. Um festzustellen, wer jemandem eine Zahlung zukommen hat lassen, sind also weitere Hilfsmittel notwendig, etwa eMail. Man kann aber auch für jeden Bezahler eine eigene Bitcoin Adresse anlegen und diese nur dem entsprechenden Bezahler nennen; damit weiß man dann ebenso, wann ein bestimmte Person gezahlt hat.

Einzelne Bitcoins haben, anders als große Scheine mit Bargeld, keine Serien-Nummer. Man kann also einen Bitcoin nicht anhand seiner Serien-Nummer verfolgen. Wir haben bereits früher gesehen, dass die Metapher “Bitcoin = Münze” nicht so ganz stimmt.

Was das in der Praxis bedeutet, ist heute noch nicht in allen Details klar. Eines kann man aber bereits heute sagen: Bitcoin ist nicht das richtige Instrument, um Drogengeschäfte zu machen, da ist Bargeld viel besser geeignet. Auch für die anonyme Zahlung von Lösegeld ist Bitcoin nicht brauchbar, denn jede weitere Verfügung und Transaktion kann öffentlich verfolgt und nachvollzogen werden. Wer daher Bitcoin in diesen Zusammenhang stellt, hat die Hintergründe nicht verstanden. Leider passiert das noch gelegentlich.

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Wo werden die Münzen gespeichert?

Wo speichert Bitcoin denn seine Münzen? Ist es in diesem “Wallet”, das auf meinem Rechner erzeugt wird, wenn ich das Bitcoin-Programm starte?

Bitcoin kennt eigentlich gar keine Münzen, sondern nur Kontos. In Bitcoin heißen diese Kontos Bitcoin-Adressen. Das Bitcoin-Netz realisiert nun ein weltweit öffentliches Verzeichnis, in dem steht, welche Überweisungen von welcher Bitcoin-Adresse an welche andere Bitcoin-Adresse überwiesen wurde. Dieses Verzeichnis ist nicht auf einem Rechner gespeichert (sozusagen auf dem Server einer Bitcoin Bank), sondern auf jedem einzelnen Rechner eines Teilnehmers am Bitcoin-Netz. Das klingt kompliziert – und es ist auch ein bisschen kompliziert; wir wollen daher hier keine Vorlesung in Kryptographie, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Konsistenz verteilter Datenbanken abhalten und es auch nicht heute und hier erklären (sondern in einigen Wochen, bitte ein wenig Geduld).

Der Trick bei Bitcoin besteht nun darin, dass digitale Unterschriften benutzt werden, wenn jemand seine Berechtigung über seine Bitcoins ausüben möchte. Dazu muß er nämlich alle anderen Teilnehmer im Bitcoin-Netz von seiner Verfügungsberechtigung überzeugen (damit diese auch entsprechend ihre Verzeichnisse nachführen). Um diese digitalen Nachweise führen zu können, benötigt man nun bestimmte Informationen, die sogenannten privaten Schlüssel der digitalen Unterschrift – und diese stehen in der als “Wallet” oder “Geldbörse” bezeichneten Datei.

Es ist daher auch sehr wichtig, dass diese Datei nicht in unberufene Hände kommt. Ganz ähnlich wie bei der Kreditkarten-Nummer kann jeder, der diese Schlüssel kennt, über die damit verbundenen Bitcoins verfügen. In diesem Sinne ist es auch so, dass diese Schlüssel fast schon diese Bitcoins sind. Der Rechner, auf dem diese Datei gespeichert ist, darf also keinen Virus, Trojaner oder anderen Schädling haben, denn dieser könnte die Schlüssel über das Netz senden: Die Bitcoins sind futsch. Ebenso sollte man von dieser Datei regelmäßig eine Sicherungskopie anlegen, mit einem Festplatten-Crash sind die Bitcoins auch futsch. Da das System dann und wann einmal neue Schlüssel generiert, sollte man von dieser Datei auch regelmäßig eine Sicherungskopie anlegen.

Wie man das genau macht, beschreiben wir in einem späteren Beitrag. Für heute sei es mit der Beobachtung getan, dass die Bitcoins im Netz gespeichert sind und nicht auf der Festplatte – und dass die Verfügungsberechtigung über diese Bitcoins in der Bitcoin-Geldbörse leben.

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Was bekommt man denn nu wirklich für diese Bitcoins?

Wie ist das jetzt wirklich mit den Bitcoins? Ist das ein reines Spekulations-Objekt – oder kann man dafür echt auch was kaufen?

Vielleicht erinnert man sich ja noch an das Internet vor 15, 16 Jahren. Da gab es noch kein Google. Doch es gab so Listen, da standen für bestimmte die wichtigen Webseiten drauf. Am Anfang waren die Liste einige Dutzend Einträge lang.

Bitcoin geht in sein 3. Jahr. Es ist daher ganz spannend zu sehen, dass es schon eine ganz hübsche Liste von Unternehmen gibt, die Bitcoin akzeptieren. Wir wollen nun gespannt zusehen, ob diese Liste immer länger wird. Vielleicht wird man in 10 Jahren darüber schmunzeln, dass man einst alle Unternehmen, die Bitcoin akzeptieren, tatsächlich auf einer Seite auflisten konnte. Oder aber wir blicken lachend zurück und schmunzeln über unsere damalige Naivität. Wir werden es erleben!

Heute aber fragen wir uns einmal, was das denn so für Unternehmen sind, die Bitcoin akzeptieren (das wird jetzt keine komplette Aufstellung – nur eine kleiner Überblick für die Neugierigen).

Das Howard Johnson Hotel und Konferenz-Zentrum akzeptiert an zwei Standorten Bitcoin – und wünscht der neuen Währung viel Erfolg.

Rolls-Royce und Bentley akzeptieren Bitcoin. Ok, das war jetzt ein wenig gemogelt. Das Rolls-Royce und Betley Forum akzeptiert Bitcoins als Bezahlung, wenn jemand Werbung im Forum schaltet.

Bitcointo bietet Rabatte an. Normal einkaufen und die Rabatte in Bitcoin abholen. Ganz verstehe ich ja nicht, wie sich die finanzieren…

Bill Rounds ist ein Rechtsanwalt in San Diego. Dort kann man in Bitcoin zahlen – und das ist keine US-amerikanische Besonderheit. In Forchheim gibt es die Kanzlei Mieth: Straf- und Ordnungswidrigkeiten – und Schadenersatzrecht. Die haben am 6. Juni getweetet, dass man jetzt auch mit Bitcoin bei ihnen zahlen kann.

Auch Y. K. Goon weiß, dass man in Bitcoin spekulieren kann. Er arbeitet aber lieber für sein Geld und bietet Web-Entwicklung an. Oder Unterricht in kantonesisch auf Skype. Webentwickler, da gibt es bereits zwei Dutzend, und Software-Entwickler noch mehr: Alle akzeptieren sie Bitcoin.

Hier gibt es einen Video- und CD Shop. Lieber selber musizieren? Noch kein Musikinstrument? Auf ins Musikhaus Schulte in Wolfenbüttel. Bitcoin akzeptiert!

Butter, Milch und Gemüse gegen Bitcoin. Ok, das ist vielleicht ungewöhnlich. Aber es ist möglich. Hier. Lieber Pizza bestellen? Dazu gibt es Video: Zugegeben, der Bezahlungsvorgang ist hier umständlich. Also doch lieber bei Papa Johns direkt?

Jetzt zur Abwechslung mal etwas Luxus. Hier eine Schweizer Uhr, in Bitcoin gibt es Rabatt.

Den Hardware-Laden, die Memorydealers wollen wir auch nicht vergessen. Der stellt gerade das erste Strassenplakat auf mit dem Hinweis “Wir akzeptieren Bitcoin”.

Strassenplakat mit Bitcoin Akzeptanz

Strassenplakat mit Bitcoin Akzeptanz

 

 

 

 

 

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Hat Bitcoin einen Chefentwickler?

Nein. Bitcoin hat keinen Chefentwickler.

Man kann zwar nach “+Bitcoin +Chefentwickler” googeln und findet dann den einen oder anderen Namen, aber, nein: Es gibt keinen Bitcoin Chefentwickler.

Dafür gibt es einen Bitcoin Erfinder: Satoshi Nakamoto. Er hat 2008 in einem Papier die Grundideen von Bitcoin beschrieben und war 2009-2010 mit der Erstellung einer ersten Implementierung befasst.  Ende 2010 hat sich Satoshi von der weiteren Arbeit an Bitcoin zurück gezogen. Möglicherweise arbeitet er heute an einem anderen Projekt oder er wirkt weiterhin unter einem anderen Namen an Bitcoin mit – man weiß es nicht, er scheint nicht persönlich bekannt zu sein. Offenbar geht es ihm um die Sache und nicht um den persönlichen Ruhm (und den meistens damit verbundenen Ärger). Er hat seine Ideen daher auch unter eine offene Lizenz gestellt: Jeder darf sie nutzen und weiterentwickeln.

Aktuell steht die Implementierung von Satoshi Nakamoto auf Github zur Verfügung, inklusive Quellcode. Jeder kann sich dort ansehen, wie Bitcoin funktioniert, und jeder kann seine eigene Variante von Bitcoin erstellen. Aktuell haben das auch einige hundert weitere Aktivisten getan.

Die größe und bekannteste Entwicklungslinie wird derzeit von Gavin Andresen betreut. Diese Version steht dem Endanwender, der Bitcoin nicht selber kompilieren möchte, als einfach installierbares Programm auf bitcoin.org zur Verfügung. In diesem Sinne könnte man Gavin Andresen zwar nicht als den Chefentwickler von Bitcoin bezeichnen, aber als den Verwalter über eine der am weitesten verbreiteten Versionen von Bitcoin.

Der wirkliche Chefentwickler von Bitcoin aber, der sitzt gerade vor dem Bildschirm. Es ist der Leser dieses Blogs. Denn: Jeder einzelne, der Bitcoin nutzt, ist Chefentwickler, Entscheider und Bankmanager seines Bitcoin. Er kann diese Rolle delegieren, etwa an Gavin Andresen, indem er dessen Bitcoin-Implementierung nutzt. Trotzdem bleibt die Möglichkeit der eigenen Entscheidung immer bestehen.

Da es bei Bitcoin aber nicht nur um die eigenen Münzen geht, sondern auch darum, Münzen und Waren mit anderen zu tauschen, bleibt das nicht ganz so einfach: Wenn Du, lieber Leser, Dein Bitcoin so veränderst, dass andere ihre Waren und Münzen nicht mehr mit Dir tauschen wollen, dann hast Du ein kleines Problem. Wenn Du aber eine gute Idee hast, die andere überzeugt, dann hast Du Deinen eigenen kleinen Beitrag zu Bitcoin geleistet.

Diese Idee muß übrigens nicht die ganze Welt überzeugen. So sind viele Regionalwährungen bekannt, etwa der Chiemgauer oder die Havelblüte und viele andere mehr. Vielleicht wird Dein Bitcoin, lieber Leser, also nur in Deiner Stadt ausgegeben, oder in Deiner Facebook-Gruppe.

Das wichtige dabei aber ist: Du bist der Chefentwickler Deines Bitcoin.

 

 

 

 

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Wozu ist diese Geldmengen-Begrenzung da?

Frage: Was beabsichtigt die Geldmengen-Begrenzung bei Bitcoin?

Bitcoins werden erzeugt, indem von den Teilnehmern am Bitcoin-Netz eine anspruchsvolle mathematische Aufgabe gelöst wird. Nun wird Bitcoin immer attraktiver und mehr und mehr Nutzer nehmen am Bitcoin-Netzwerk teil. Außerdem werden die Rechner von Jahr zu Jahr schneller. Daher gibt es eine erste Wachstumsbeschränkung: Die Software funktioniert so, dass sie immer mal wieder schaut, wie viele sogenannte Blöcke pro Stunde produziert werden und justiert die Schwierigkeit der Aufgabe dann so, dass pro Stunde weltweit gerade einmal 6 Blöcke berechnet werden.

Diese Blöcke werden benötigt, um die in den vergangenen 10 Minuten getätigten Überweisungen sozusagen notariell zu beglaubigen (mit Hilfe spezieller kryptographischer Verfahren).  Nun stellt sich natürlich die Frage: Warum sollte sich jemand freiwillig an dieser Aufgabe beteiligen? Wie immer im Leben: Weil er einen Vorteil davon hat.

Der Vorteil besteht aktuell darin, dass pro gerechneten Block 50 Bitcoin als Belohnung ausgezahlt werden. Würde das aber in alle Ewigkeit so weitergehen, dann gäbe es immer mehr Bitcoins und schließlich würde das passieren, was wir beim Euro und beim Dollar beobachten: Sie werden immer weniger wert.

Daher hat man bei Bitcoin den Mechanismus so konstruiert, dass sich die Anzahl Bitcoins als Belohnung pro Block etwa alle vier Jahre halbiert: Ab 2013 gibt es nur mehr 25 Bitcoins pro Block und so weiter. Insgesamt nähert sich die Anzahl verfügbarer Bitcoins auf diese Weise immer mehr der Zahl von 21 Millionen an. Mehr wird es nicht.

Wenn man also für einen Block immer weniger Bitcoins gibt, warum sollte es dann in einigen Jahren immer noch Teilnehmer geben, die Blöcke rechnen? Hier kommt ein zweites Prinzip von Bitcoin zum Zug: Die Transaktions-Spesen. Diese können im Bitcoin Programm voreingestellt werden und dienen der Belohnung jener Teilnehmer, die weiterhin Blöcke berechnen.

Für die Währung hat das einen interessanten Effekt: Dadurch, dass die Menge verfügbarer Bitcoins begrenzt ist, bewegen sie sich in eine Deflation: Sie werden also immer mehr Wert (so zumindest lautet die Idee und die Theorie).  Die Pizza wird dann, in Bitcoin gemessen, immer billiger. Insgesamt haben wir damit also eine Währung, deren Wert (gemessen am Wert anderer Güter) immer größer wird. Da Bitcoins aber in sehr kleine Teile aufgeteilt werden können, bis zu 8 Dezimalen nach dem Komma, ist das kein solches Problem. Es gibt dadurch einen großen Spielraum, immer kleinere Teile eines Bitcoin zu schaffen. Der Vorrat an Bitcoins ist somit nach unten (in kleinere Teile) nicht wirklich erschöpft. Andererseits kann aber niemand einfach “Bitcoins drucken” und damit den Preis manipulieren. Das wird wiederum als Vorteil angesehen.

Soweit die Theorie.

Natürlich kann die Situation auch dazu führen, dass Bitcoin gehortet wird, in der Erwartung, dass es immer mehr wert wird, und in der Folge nicht als Währung benutzt wird. Es wird jedenfalls sehr spannend, diese Entwicklung zu beobachten.

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Ist Bitcoin ein Unternehmen?

Nein, Bitcoin ist kein Unternehmen.

Bitcoin ist ein Name für eine Aktivität, die derzeit stark im Wachsen begriffen ist. Jeder, der sich an dieser Aktivität irgendwie beteiligt, ist auch ein klein wenig Bitcoin. Das ist ganz ähnlich wie bei den Blogs. “Blog” ist auch kein Unternehmen. Es gibt aber viele Millionen Personen und Unternehmen, die ein Blog betreiben, viele Anbieter von Blog-Dienstleistungen und sogar die Web-Adresse blogger.com. Aber blogger.com ist nicht die Firma “Blog”. Ebenso ist auch bitcoin.org nicht die Firma “Bitcoin”, sondern einfach eine Webseite, die sich auch mit Bitcoin befasst und eben einen attraktiven Domainnamen hat.

Es gehört zum Wesen von dezentralen Architekturen und von Peer-2-Peer Konzepten, dass es weder eine Leitung, noch einen Verantwortlichen, noch einen Pressesprecher gibt. Niemand hat den Hut auf, niemand schafft an, niemand reglementiert. Das bedeutet aber auch: Wenn einmal etwas schief geht, dann ist auch jeder für sich selber und für sein eigenes Handeln verantwortlich. Deshalb ist es so wichtig, dass man sich selber informiert. Dieses Blog will einen kleinen Beitrag dazu leisten.

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Was wird konkret als Währung transferiert?

Frage: Was ist konkret das, was als “Währung” transferiert wird, also das was in meinem Wallet gespeichert ist?

Auf Deinem Wallet werden Deine Bitcoin-Schlüssel gespeichert. Jeder Schlüssel besteht, wie bei jedem digitalen Signaturverfahren aus einem öffentlichen Schlüssel und einem privaten Schlüssel. Mit dem privaten Schlüssel unterschreibst Du sozusagen Deine Überweisungen. Der öffentliche Schlüssel wird von anderen Teilnehmern benötigt, um diese Unterschrift zu prüfen. Die Verbindung des öffentlichen Schlüssels mit Dir selber als Person funktioniert nach dem Verfahren der Schlüssel-basierten Identität. Dein öffentlicher Schlüssel ist bereits Deine Bitcoin-Adresse (genauer: Die Bitcoin-Adresse wird aus diesem durch ein doppeltes Hash-Verfahren plus Checksumme zur Vermeidung von Tippfehlern generiert). Währung, oder Geld wird auf dem Wallet überhaupt nicht gespeichert. Jeder Knoten hat ein Verzeichnis über alle digital unterschriebenen Transaktionen und weiß daher, wieviel Geld Dir zusteht. Damit das bei vielen Transaktionen auch noch sinnvoll skaliert, gibt es einen Trick mit sogenannten Merkle-Hash-Bäumen. Den werden wir hier auch noch einmal erklären.

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Dezentral. Ok. Was ist dann mit den Wechselstudben?

Frage: Es wird erzählt es sei dezentral. Was ist dann mit diesen Geld-Wechselstuben wo ich zB. Euro ◄―► Bitcoin Tausche. Denn dann wären das ja die zentralen Profiteure von Bitcoin?

Von einem freiwilligen Tausch-System sollte jeder Teilnehmer profitieren – sonst würde er ja nicht teilnehmen.

Was ist beim Euro oder Dollar nun anders?

Erstens sind Euro oder Dollar nicht freiwillig. Diese Währungen sind gesetzliche Zahlungsmittel. Im jeweiligen Land ist man verpflichtet, Zahlungen in dieser Währung zur Begleichung einer Schuld anzunehmen. Bei den Parallel- oder Alternativ-Währungen, wie etwa dem Bitcoin oder auch dem Chiemgauer, ist das nicht so.

Zweitens erfolgen viele Entscheidungen, die den Euro oder den Dollar betreffen, zentral. Wenn die Notenbank entscheidet, dass Geld nachgedruckt wird, dann wird Geld nachgedruckt. Die dabei entstehenden Probleme werden in der Wikipedia hier ganz gut beschrieben. Bei Bitcoin können diese Entscheidungen nicht von einigen, wenigen allein entschieden werden, sondern ergeben sich aus den Regeln, welche jene Bitcoin-Programme benutzen, die die Mehrheit aller User einsetzt. Diese gehen derzeit von einer maximalen Anzahl von Bitcoins aus. Inflation durch Geldschöpfung ist also nicht!

Drittens sind diese Wechselstuben aktuell sicherlich Profiteure. Sie haben dafür aber auch ein hohes Risiko. Zentrale Profiteure sind sie jedoch nicht.

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